Hallo an alle Neugierigen!
Zwei Monate liegen jetzt hinter mir. Eigentlich hat sich aber gar nicht viel geändert seit dem letzten Rundbrief. Ich
fühl mich in meiner Familie und bei meiner Arbeit wohl und es macht mir Spaß. Aber es geht mir immer so, dass ich Deutschland vermisse. Z.B. merke ich das, wenn es darum geht irgendwas auszudrucken für eine Gruppenstunde. Ich selbst hab keinen Drucker, im
Internetcafe kostet es was und
CVJM sind die Drucker schwarz-weiß und die Patronen haben keine Tinte. Dann muss ich halt malen oder Listen abschreiben... Aber in letzter Zeit bin ich manchmal aufgewacht und hab gemerkt, dass ihr mir fehlt, dass hier doch noch nicht alles so vertraut ist, wie ich es gern hätte.
Auch mein Geburtstag war nicht so wie zu Hause. Trotzdem war es schön. Ich habe
ne riesen Torte von meiner Familie bekommen und die haben wir dann abends weggeputzt. Am folgenden Sonntag habe ich dann meine Freunde eingeladen. Ich glaub, dass Haus meiner Gastfamilie war schon länger nicht mehr so voll. Es war schön, dass fast alle Leute, die ich hier schon ein bisschen näher kennengelernt habe, da waren und wir zusammenfeiern konnten. Außerdem ein großes Dankeschön an alle, die mir die vielen Mails und Nachrichten geschickt haben.
Um mich hier ein bisschen fit zu halten mach ich ein paar mal die Woche Sport. Claudia
Bethke hat mir vorgeschlagen, dass ich bei einem
Halbmarathon (21 km) mitmachen könnte. Und hab ich beschlossen da am 30. November mitzulaufen. Ich hab jetzt auch schon angefangen zu trainieren. Aber ich weiß noch nicht, ob ich das durchhalte. Ich
krieg immer Blasen, weil meine Schuhe irgendwie blöd sind. Und vom 29. bis zum 30. Nov ist auch eine
Acampada (Übernachtung) für die Kinder aus dem Armenviertel
Independencia, d.h. eine Nacht mit wenig Schlaf, sehr wenig Schlaf. Aber ich schau mal. Nachher
geh ich nochmal
ne Runde laufen.
Dann hab ich noch eine traurige Nachricht. Die Gastmutter von
Charis ist gestorben. Sie litt an Krebs und war deswegen die letzten Wochen im Krankenhaus.
Charis ist dann in eine andere Familie gezogen, hat sie aber immer wieder besucht und auch mit der Familie mitgelitten. Ich war heute Nachmittag in der
Aussegnungshalle, aber es war gar nicht so eine traurige Stimmung wie in Deutschland. Es gab riesige
Blumengestecke und es lief freudige Musik. Die Leute haben zwar ihr Beileid bekundet, kamen mir aber nicht traurig vor. Das hat mich ein wenig irritiert. Außerdem hat fast jeder irgendwann mal mit dem Handy telefoniert, sogar die Angehörigen. Vielleicht ist es einfach schön, dass die Mutter jetzt von ihren Schmerzen befreit ist und jetzt bei Gott ist?
Ich
wünsch e
uch Gottes
Segen für das, was ihr in Deutschland macht.
Liebe Grüße
Lars-
Kristoffer