Montag, 29. Dezember 2008

Weihnachten in Perú

Wie feiert man eigentlich Weihnachten in Perú? Ich habe damit angefangen mal nach Deutschland zu telefonieren. Meine Familie war schon fertig mit Gottesdienst, Geschenke und Co. Dann ging es bei mir erst los. Im Casa Clement haben wir gesungen, gehoert und gegessen. Erdbeerkuchen, Plaetzchen, Spritzgebaeck (von meiner Familie geschickt), Zimtsterne, Lebkuchen, Stollen, Sahne, Tee, Kaffee, Kaba, westfaelischer und schwaebischer Kartoffelsalat und Wuerstchen. Mein persoenliches Weihnachtserlebnis war das Gespraech mit dem Taxifahrer, der uns in die deutsche Kirche gefahren hat. Wir haben uns mit ihm ueber Glauben und Kirche unterhalten. Er hatte leider noch den ganzen Abend zu arbeiten. In meiner Gastfamilie wurde gegen 7 Uhr heisse Schokolade mit Paneton, Weihnachtskuchen, gegessen.

Danach ist Sarela, das "Bebé" im Haus, ins Bett und die Geschenke wurden unter den Weihnachtsbaum aus Plastik gelegt, damit sie denkt, der Weihnachtsmann war da. Um Mitternacht ging draussen ein riesen Feuerwerk los. Und wir haben drinnen Truthahn gegessen. Spaeter ist noch der Onkel Petro vorbei gekommen und wir sassen noch eine Weile zusammen und haben erzaehlt.

Am 25. war ich mit Alfredo, meinem Gastbruder am Strand. Dort haben wir uns ausgeruht und das ganze Essen verdaut, was wir am Tag vorher gegessen hatten. Wir haben es uns dort einfach gut gehen lassen.


Weihnachtsrundmail

Hallo ihr Lieben!
Ich versuch jetzt zum 2. Mal euch eine Rundmail zu schicken. Die letzte ist in den tiefen des Computers untergegegangen. Probier ich es halt nochmal. Vielleicht könnt ihr euch denken, dass Weihnachten hier in Peru ganz anders ist als in Deutschland. Es ist Sommer, ich kann nicht mit meiner Familie feiern und überhaupt, ich bin halt in Peru. Aber eines ist ganau gleich. Vor Weihnachten ist der Kalender voll. Eine Feier nach der anderen, Vorbereitungen für das Sommerprogramm ab Januar, Zwischenauswertung unserer Voli-Gruppe,... Ja, letztes Wochenende haben wir mal geguckt, wie denn die letzten 4 Monate verlaufen sind. Und ich muss sagen, dass mein Ergebnis echt positiv war. Ich fühle mich in meiner Familie wohl und auch mit meiner Arbeit. Was mir noch zu schaffen macht, ist die Tatsache, dass es mir schwerfällt, auf andere Jugendliche zuzugehen. Und das liegt nicht nur an der Sprachbarriere. Heute hatte ich die erste Besprechung für das Sommerprogramm. Ich werde im Januar in Y'Camp am Strand arbeiten und im Februar im Armenviertel Independencia. Bei der Besprechung habe ich erfahren, wie spontan Peruaner sein können. Am Freitag geht es das erste Mal ab nach Y'Camp und mir ist noch nicht so ganz klar, was ich dort machen werde und wie das ganze Abläuft. Ich komme deswegen grad an meine Grenzen, weil ich gerne einen geregelten Ablauf hätte... Aber ich freu mich auch drauf!Letzten Monat war ich in Trujillo mit Mareike, Sophie und Caro (sie werden dort weiterarbeiten und den ACJ unterstützen). Wir haben uns das Programm angeschaut und uns informiert, aber auch ein bisschen Urlaub gemacht. U.a. haben wir einen Tagesausflug in ein ganz kleines Dorf gemacht und davon möchte ich euch erzählen.
Nach ca. 1 Stunde Fahrt über Feldwege sind wir in dem Dorf angekommen. Ein kleines Nest, in dem sich das ganze Dorf zum Bingo spielen auf dem Marktplatz trifft. Von dort sind wir losgelaufen. Kaum hatten wir die Häuser hinter uns gelassen, waren wir von Sand umgeben. Wir waren in der Wüste.

Ein Führer aus dem Dorf hat uns durch die Dünen geführt. Der Wind hat nicht nur unsere Schuhe mit Sand gefühlt, nein, der Sand war überall. Die Sonne Stand hoch am Himmel und brannte. Wir waren um jeden Schluck Wasser froh. Bis plötzlich zwischen zwei Dünen etwas Grünes auftauchte. Als wir uns näherten, erkannten wir Bäume. Wir kamen in einen Wald, in eine Oase mitten in der Wüste.

Bald traffen wir auf einen See, an dem Pferde rasteten. Es war herrlich im See zu schwimmen und einfach das kalte Nass zu genießen. Wunderbar! - Dieses Erlebnis hat mich zum Nachdenken gebracht. Wir waren nur eine Stunde in der Wüste unterwegs. Aber das Volk Israel war über 40 Jahre in der Wüste. Wie haben die sich wohl gefühlt? Und vorallem was für ein tolles Gefühl muss das gewesen sein, als sie endlich im verheißenen Land angekommen sind? Wie glücklich müssen sie sich gefühlt haben und wie erfüllt. Weißt du, das wünsche ich dir für Weihnachten. Wenn du aus der Vorweihnachtswüste an Heilig Abend ankommst und merkst, dass Jesus da ist. Dass er geboren wurde, um dir eine Oase zu sein und dich zu erfüllen (nicht nur mit Schokolade). Ja, er hat versprochen deine Sehnsüchte, deinen Hunger und all deine Bedürfnisse zu füllen. Vertrau ihm!

Ich wünsche jedem einzelnen ein frohes Weihnachtsfest und Gottes Segen - egal wo ihr euch befindet.
Euer Lars-Kristoffer

Montag, 1. Dezember 2008

Mediamarathon



Ja, letztes Wochenenede hatte ich mein Marathonwochenende. Aber ich bin nicht nur 21 km gelaufen, sondern vorher hatte ich schon ein Hammerprogramm: 2 Acampadas (d.h. Übernachtungen mit sehr, sehr, sehr wenig Schlaf und vielen Kindern). Also ich war schon vorbelastet, habe mich am Sonntag aber dann doch recht gut gefühlt. Zusammen mit Claudia bin ich dann zum Start. Wir hatten schon ab und zu mal zusammen trainiert. Und dann gings los. Und es ging ganz gut. Aber irgendwann war meine Blase recht voll und bei Kilometer 15 habe ich in einem Burger King meine Blase geleert. Dann musste ich Claudia wieder einholen. Und dann fingen an meine Kräfte zu schwinden. Die letzten 2 km waren echt eine Quälerei. Keine Kraft, nur noch Durchhalte vermögen... aber ich bin angekommen. Erschöpft, aber glücklich.


Endlich am Ziel mit Claudia und ihrer Tochter Lea-Marie auf dem Arm.